Ein wenig Info zur Stadtentwicklung

Was wir alles so als Info für den Stadtspaziergang vorbereitet haben:

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Viertel Zwei/Krieau: Luxuriöse Handelsviertel, Gewerbeimmobilien und Hotels direkt beim Prater
Im Viertel Zwei entstand entlang der U2 ein abgeschottetes Handels- und Wohnviertel für Hochfinanz und Gutbetuchte. Gleichzeitig werden die angrenzenden gewachsenen Viertel mit durchmischter Bevölkerung durch Verkehr und steigende Wohnkosten unter Druck gesetzt.

Auch an der Westkurve der Trabrennbahn Krieau (vormaliger Eigentümer: Gemeinde Wien), werden nun Bürogebäude sowie schicke frei finanzierte Eigentumsappartements im hochpreisigen bis Premiumsegment direkt am Landschaftsschutzgebiet des Praters gebaut.

Albrechtskaserne: Der nächste Platz für lukrative Eigentumswohnungen
Die Albrechtskaserne ist noch teilweise in Betrieb, da werden schon Teile mit für die Meisten unleistbarem Wohnraum sowie Spekulationswohnungen zugepflastert.

Ehem. Wilhelmskaserne: Weiteres Immobilieninvestment für zahlungskräftiges Klientel
Auf dem Gebiet der früheren Wilhelmskaserne sind rund 5.700 m² unverbauter Grund mit naturnaher Vegetation übriggeblieben. Diese Liegenschaft gehörte dem Bund, ergo: uns allen! Nun werden 5 riesige Wohnblöcke mit 140 frei finanzierten Mietwohnungen errichtet, gut vermarktet von der ARE GmbH(einer Tochtergesellschaft der Bundesimmobilienagentur).

Nordbahnhofgelände, größtes Stadtentwicklungsgebiet Wiens: Bereits jetzt teurer Wohnraum, Verkehrskonzept und Infrastruktur unzureichend, Freiräume fragwürdig
Die geplante Erweiterung des bestehenden Nordbahnhofviertels (im Rahmen einer Kleinstadt) ist ökologisch und sozial bedenklich. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist nicht geplant. Bildungseinrichtungen fehlen, ebenso wie hochrangige Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge sowie eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Zudem wird die Mitbestimmung der Bevölkerung außer Acht gelassen: In einer Befragung entschied sich die Bevölkerung für eine freie Mitte mit hoher Randbebauung. Diese Mitte hat bereits jetzt eine BürgerInnenInitiative ausgestaltet (Alm DIY) Sie ist jetzt nicht mehr erwünscht und die freie Mitte ist bereits in Gefahr, denn sie gefährdet den Profit.

Was eint alle diese „Stadtentwicklungsgebiete”?
Ehemals öffentliche Grundstücke werden zu Spottpreisen an Immobilienspekulanten und Projektentwickler verscherbelt. Eine Nutzungsdurchmischung mit sozialem Wohnbau, sozialen Einrichtungen, ökologisch durchdachten Plätzen und Freiflächen für alle findet selten bis nicht statt! Zynischerweise verweist man oft als Ersatz für die Schaffung neuer Betonwüsten im 2. Bezirk auf den Prater als Naherholungs- und Grüngebiet. Der Prater steht aber schon jetzt durch das Bevölkerungswachstum unter erhöhtem Nutzungsdruck. Ökologisch nachhaltige Stadtplanung (UVP usw.) ist nachrangig, es zählt der schnelle Profit. Mitbestimmung der Bevölkerung schafft nachweislich guten Wohnraum für alle. Bei den geplanten Projekten wird über die Interessen der Menschen und die der handelnden Initiativen drübergefahren.

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2 Antworten zu “Ein wenig Info zur Stadtentwicklung

  1. Obwohl ich beim Stadtspaziergang mitwirkend dabei war, erschaudert, empört mich immer noch -immer mehr diese grauenhafte Realität der Tatsachen. Egal ob in der internationalen Flüchtlingsthematik oder dem „kleinen“ Bezirkswohnbau: die Interessen der Kapitalisten regieren hier wie da.

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  2. Pingback: Alternativer Stadtspaziergang ein voller Erfolg! | ANDAS·

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