Unsere ExpertInnen beim Stadtspaziergang

christoph_ulbrich

Mag. Christoph Ulbrich (Soziales)

ehemaliger Bezirksrat mit Schwerpunkt auf Stadtentwicklung und Verkehrspolitik

Wie wir den (sozialen) Wohnbau gestalten, ist für mich die wichtigste Frage der Politik in Wien. Dabei geht es nämlich nicht nur darum, wo wir wie viele Wohnungen bauen. Wohnbau ist vielmehr als das auch in Bauwerke gegossene Sozial-, Verkehrs-, Umwelt- oder Kulturpolitik.

Forderungen:

Die Stadt muss aktiv Wohnbau betreiben um der Entwicklung der Mieten entschieden entgegentreten. Ein so wichtiges Thema wie Wohnen darf nicht alleine den „Regeln des Marktes“ überlassen bleiben.

 

Dr. Stefan Ohrhallinger (Verkehr)

„Wien anders“ Verkehrssprecher

Luxuswohnungen (ab €3000/qm) benötigen 2 statt 1-1.5 Autos/Wohnung und sind daher im Gegensatz zu geförderten Wohnungen starke Verkehrserreger (Quelle: BV Derfler, Brigittenau: Raiffeisen Wohnbau).

Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs kommt zu spät. Der 11A ist überlastet. Der Nordbahnhof ist abseits des Randes nur mit Bussen angebunden. Die 2. Ausbauphase des O-Wagen zum Friedrichs-Engels-Platz ist für das Jahr 2025 geplant, den Bedarf gibt es schon jetzt – viele von den Betroffenen werden sich ein Auto anschaffen, was die Staus verschärfen wird.

Forderungen:
Vollausbau des O-Wagen jetzt statt in 10 Jahren.
Verdichtung der Intervalle des 11A statt Anschaffung neuer teurer XL-Busse um die Wartezeiten zu verkürzen.
Zeitgemäßer und bedarfsgerechter Ausbau des Radwegs Praterstraße+Lassallestraße

 

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Andreas Pruner (Umwelt)

Studium der Biologie, Umweltpädagoge

Viele Jahre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, zB. im Nationalpark Kalkalpen
Angestellter des Kunsthistorischen Museum Wien
Seit 1985 im Umweltschutz aktiv; va. bei Virus im WUK Umweltbureau

Statement:
Seit Jahren beschäftigt mich das Thema Raumplanung in Wien. Vor Allem das Buch „Wer baut Wien?“ von Reinhard Seiß hat mir den kritischen Blick auf die Thematik eröffnet. Der Soziale Wohnbau war fast sechs Jahrzehnte hindurch weltweit ein Vorzeigeprojekt des Roten Wiens. Insbesondere der Aspekt des qualitativ hochwertigen Wohnens für ärmere Bevölkerungsschichten trifft leider heutzutage nicht mehr zu.

Forderungen:
Leistbares Wohnen für alle, bei gleichzeitig hoher Wohnqualität und ausreichenden Grünräumen, sollte wieder die Prämisse für Stadtpolitiker und Städteplaner sein.

UVP-Verfahren (Umwelt-Verträglichkeits-Prüfung) für Großbauprojekte sind einzuhalten. Gesetzliche Lücken, die es ermöglichen ein Großbauprojekt zu zerstückeln und in Teilprojekten einzureichen um ein UVP-Verfahren zu vermeiden, müssen geschlossen werden.

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