Blödelei vor idiosynkratisch-individueller Ich-Du-Tapete?

Beitrag gestaltet von Klaus.G.

Ist ja nur eine Blödelei vor idiosynkratisch-individueller Ich-Du-Tapete. Wem sollte so was maximal bloß Intersubjektives schon interessieren? Aber von mir aus:

Das Wohnzeug klingt extrem belastend, psychisch. Privateigentum einführen! denke ich.  Jedem Neugeborenen eine 50 m2 Eigentumswohnung per Taufschein überschreiben.

Ist das Wohnzeug nicht ein wenig partikularistisch? Aber der Universalismus kann freilich auch als ewige Ausrede fungieren, niemals etwas tun zu müssen, denn schließlich ist ja alles Konkrete/Empirale irgendwie immer nicht ganz das Universale/Ideale.

Wäre es nicht vordringlicher, gegen die (Lohn-)Sklaverei vorzugehen? Aber man/frau geht wahrscheinlich eh nicht gegen das Bewohnen an sich vor, sondern gegen die korrupte Partei-Freunderl-Wirtschaft in den Reihen der verräterischen Sozialdemokraten, denke ich selbst- wie fremdkritisch gleichermaßen.

Aber sollte unter diesen Prämissen nicht gleich ein General-Angriff auf die Sozialdemokratie durchgeführt werden und das korrupt verteilte Bebauungsecht nur als empirischer Beleg verwendet: analog zu Lenins Unterscheidung zwischen dem Propagandisten (universal-kritisch Denkenden) und dem Agitator (den empirisch Fakten-Sammelnden)?

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Eine Antwort zu “Blödelei vor idiosynkratisch-individueller Ich-Du-Tapete?

  1. Kommentar von Klaus.G.:

    Punkt meiner Kritik ist, dass diese marxistischen Kommunisten auch kein Interesse an einer möglichst verständlich formulierten Kritik des globalen Kapitalismus hätten. Sie glauben, so denke ich, nach wie vor daran, dass Marx mit seinem Kapital die Aufklärungsphilosophie überwunden hätte, ja dass jedes vernünftige und aufklärerische Denken bürgerlich und somit böse wäre. Das ist im Prinzip der philosophische Wesens-Kern des traditionellen Marxismus.

    Die meisten Kommunisten vertreten einen ähnlichen vulgärmaterialistischen, geist- und aufklärungsfeindlichen Schwachsinn wie die Rechten. Der zentralistische Ökonomismus ist doch nur die abstrakte Negation des privatistischen Ökonomismus (die Privatwirtschaft), also derselbe Ökonomismus nur imaginär verkehrt oder gespiegelt.

    Kritisch und vernünftig Denken, also Philosophieren wäre böse. Die Linken glauben, nicht mehr selbst denken zu müssen. Es denkt ja der Apparat für sie, der „Das-Kapital“ heißt.

    Ich persönlich glaube nicht mehr an diesen geist- und aufklärungs-feindlichen Marxismus.

    Und es kommt meiner Meinung nach gerade nicht darauf an, wie (zumeist dumme und geistfeindlich eingestellte) „Menschen auf die Theorie reagieren“. Der Humanismus ist vertrottelt. Die Theorie ist keine Talk-Show auf Puls 4. Es geht nicht um Quote. Die Theorie ist auch kein Hilfsmittel, die Realität zu verstehen. Die Theorie ist Ideologie und die Ideologie ist Basis der so genannten Realität.

    Nur wenn die allgemein anerkannte Ideologie ungestraft behaupten kann, dass eine ungerechte Verteilung der ökonomischen Ressourcen mit naturgesetzmäßiger Notwendigkeit zu affirmieren sei, kann ein ungerechtes System der Verteilung im Globalen durchgesetzt, verteidigt und beibehalten werden. Das ist leider der Fall. Das wäre, nein ist anzugreifen. Das kann aber nicht angegriffen werden, solange die Theorie von den Linken nicht als Basis der kapitalistischen Marktwirtschaft anerkannt wird. Dieser Ökonomismus und auch die marxistische Wiederspiegelungstheorie der Erkenntnis sind absoluter Unfug. Und von diesem Unfug wird die Linke nicht zu kurieren sein, solange sie sich als traditionelle Marxisten verstehen.

    Es betraf einer neuen Renaissance, einer zweiten Aufklärung. Zurück zu Kant, zurück zu Platon! Der Marxismus muss überwunden werden, denke ich. Wir brauchen eine post-marxistische Theorie des Sozialismus, eine philosophisch-universalistische Theorie, eine neue Ethik der ökonomischen Verteilung. Es geht um die Menschheit, nicht um die Menschen. Es geht um vernünftige Ideen, nicht darum, was dieses oder jenes empirische Individuum am Stammtisch gerade meint usw.

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